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Solidarisch Wirtschaften

 

Ein schwieriges Thema ist Wirtschaftlichkeit und Effektivität in den Arbeitsbereichen.

Wir müssen notwendigerweise jeder unseren Lebensunterhalt selbst erwirtschaften – unsere Wahrnehmung von Leistung ist dabei subjektiv sehr unterschiedlich und von Bildern der modernen Arbeitswelt verzerrt.

Wir erleben eine so einseitige Betonung von Kommerz und oberflächlicher Spiegelung, daß es uns schwerfällt, ausgewogene Verhältnisse überhaupt noch vorzustellen.

 

Wirtschaften bedeutet: partnerschaftlicher Austausch aus persönlicher Freiheit heraus.

Gleichzeitig bedeutet das auch: Freiheit und Verantwortung in der Gestaltung meines Bereichs.

 

Lasst uns offen, klar, kritisch aber gerecht, ansehen, was geschieht....und Vereinbarungen verhandeln, die uns Allen gerecht werden.

Für Schwierigkeiten werden gemeinsam Lösungen entwickelt.

 

Dabei ist der Geld-Wert nur eingeschränkt – doch notwendigerweise – das grundlegende Maß der Bewertung. (weiterführende Ansätze willkommen !)

 

Daraus folgt: Meine Verantwortung bezieht sich auf jeden Nachbarn, Kollegen, den Nächsten....., mein ganzes Umfeld.

Gemeinsame Ökonomie kann uns helfen, von dem Gedanken wegzukommen, daß jeder nach seiner Leistung bewertet wird.

 

Vielmehr kann jeder Gelegenheiten ergreifen, seinen persönlichen Anteil zu leisten nach seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten und wird akzeptiert, weil er Mensch ist.

 

Der Grundgedanke des gegenseitigen Gebens trägt wirtschaftlich und gibt uns darüber hinaus den Sinn der Arbeit zurück. Wir wollen zusammen etwas erreichen, einen Weg gehen, uns entwickeln.

 

Das entbindet uns nicht davon, unsere Arbeit und Leistung kritisch anzuschauen, jedoch

ganz bewusst vor dem Hintergrund des gegenseitigen Ergänzens und Unterstützens.

 

Arbeitsbereiche bauen aufeinander auf, -- Grundstoffe, Verarbeitung und Veredelung hängen voneinander ab. Produktion, Handwerk, Handel haben im Gesamtzusammenhang

jede ihren sinnvollen Platz und können sich in einer Gemeinschaft hervorragend ergänzen.

 

Wir wollen , daß jede Arbeit gleich geachtet wird, denn wenn jeder seine Fähigkeiten und Fertigkeiten im Sinne der Gemeinschaft einbringt, gibt es keinen Gegensatz mehr zwischen geistiger, künstlerischer, sozialer oder handwerklicher Arbeit, -- nicht einmal zwischen Arbeitszeit und Freizeit.

 

Weiterentwickeln durch Loslassen – Koordinationsformen in der Ökonomie

 

Dr.C.Otto Scharmer versteht unter Öko-System-Bewusstsein: "dass ich nicht nur meinen eigenen Wohlstand und meine Lebensqualität maximiere, sondern auch diejenige aller meiner Partner und Mitgestalter.

Dabei hilft es, sich in die Perspektive des Anderen zu begeben. Wie das geht ? Wir haben gelernt, dass dazu ein Prozess erforderlich ist, der die Öffnung des Verstandes und des Herzens und des Willens ermöglicht:

Gemeinsame Wahrnehmung und Willensbildung.

Warum geschieht dies so selten ? Weil der schwerste Schritt das Loslassen ist. Es bedeutet eine Schwelle zu überschreiten, eine Welt loszulassen und eine andere Welt kommen zu lasen, von der wir gar nicht wissen, ob sie überhaupt existiert.….........

Angefangen mit dem Begriff der Natur, die nicht länger als Ressource, sondern als ein zu kultivierendes Öko-System gedacht wird. Weiter über unser Verständnis von Kapital,das nicht mehr als Geld, sondern als kreative schöpferische Kraft des Menschen zu denken ist. Bis zu unserem Verständnis von Technologie – weg von den alten Industrien zu erneuerbaren, sozialen, kommunikativen Technologien, die uns helfen, gemeinsam kreativer zu werden.

Aufbau gemeinsamer kreativer Wahrnehmungs-, Willensbildungs-, und Handlungsfähigkeit.

Die ökonomische Kategorie muss mit Lebensqualität , Naturverträglichkeit und Wohlbefinden verknüpft werden.

Gesamtwirtschaftlich müssen wir die Art und Weise überdenken, wie wir die Wirtschaft koordinieren - weg von Hierarchien, Märkten und Stakeholder-Verhandlungen zu Handlungen, die aus einer gemeinsamen Wahrnehmungs- und Willensbildung entstehen.Die ökonomische Kategorie der Eigentumsrechte muss mit gemeinschaftlichen Rechten , die zukünftige Generationen schützen, erweitert werden.

Wir müssen ausserdem alte, auf Manipulation zielende Kommunikationsformen abbauen und neue Räume für schöpferische Dialoge aufbauen.

Der letzte Schritt betrifft die Umwandlung unserer alten hierarchischen Strukturen hin zur Kultivierung schöpferischer Felder von gleichberechtigter Kooperation."

(auszugsweise) Dr.C.Otto Scharmer