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Die lärmende Müdigkeitsgesellschaft ist taub. Die kommende Gesellschaft könnte daher eine Gesellschaft
der Zuhörenden und Lauschenden heißen. Notwendig ist heute eine Zeitrevolution, die eine ganz andere
Zeit beginnen lässt. Es gilt, die Zeit des Anderen wieder zu entdecken. Die heutige Zeitkrise ist nicht die
Beschleunigung, sondern die Totalisierung der Zeit des Selbst. Die Zeit des Anderen entzieht sich der
Steigerungslogik der Leistung und Effizienz,die einen Beschleunigungsdruck erzeugt. Die neoliberale
Zeitpolitik schafft auch die Zeit des Festes, die Hoch-Zeit, ab, die sich der Logik der Produktion entzieht.
Sie gilt nämlich der Ent-Produktion. Im Gegensatz zur Zeit des Selbst, die uns isoliert und vereinzelt,
stiftet die Zeit des Anderen, eine Gemeinschaft. Sie ist daher eine gute Zeit. 

                                                    Byung Chul Han
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Der dringend notwendige Impuls in eine lebendige Zukunft ist in unserer ursprünglichen christlich-nord-europäischen Kultur verwurzelt.

Wir sind tief mit-einander verbunden, genau so mit unserer Umwelt. Werden wir uns dessen wieder bewusst, indem wir mit den Energien umgehen, die zwischen uns fließen, können wir weit mehr bewegen als wir uns bisher vorstellen konnten.

Jede Gruppe ist ein eigenes Gebilde. Wenn eine noch so bunte Ansammlung Individuen zusammenkommt, entwickelt sich eine eigene gemeinsame Persönlichkeit. In einer Gruppe von Gleichgestellten ist jede Person für die Entwicklung der Gruppe mit verantwortlich, trägt zum Charakter des Ganzen bei.

Dem entgegen stehen unsere Ängste, unsere Egos, unsere tiefen Verletzungen. Heilung geschieht, indem wir zulassen berührt zu werden, Teil eines Größeren zu sein, das uns trägt, und indem wir uns gegenseitig aktiv stützen und nähren.

Damit eine Gruppe ein Ort der Befreiung werden kann, müssen ihre Struktur und Vorgehensweisen die Freiheit fördern. Die Art und Weise, wie wir uns strukturieren, entscheidet darüber, was geschehen kann, wie Konflikte gelöst werden, und wie schöpferische Energien Ausdruck finden. Damit eine Gruppe ein Ort der Heilung werden kann, muss jedes Individuum sich selbst als mitverantwortlich für die ganze Gruppe sehen.

 

 

Wir finden wichtig, Momente des Innehaltens gemeinsam zu pflegen, die uns eine Öffnung ermöglichen: Wahrnehmen der Umwelt, des Gegenübers, dessen was in diesem Augenblick werden will, oder was wir uns vorgenommen haben.

In diesen Augenblicken treten wir aus dem Getrieben-sein heraus, wechseln die Perspektive und verbinden uns auf eine umfassendere Weise mit der Welt in der wir tätig sind.